Dieter Nuhr

Am Samstag war es soweit, Dieter Nuhr lockte, trotz DFB-Pokalspiel, mehr als 1900 Zuschauer in die Rundsporthalle nach Hachenburg. Das reicht ihm aber noch nicht, denn sein Kollege in Robe lockt mit einem 2000 Jahre alten Programm mehr Zuschauer. Das kratzt ein wenig an seinem Selbstbewusstsein. Aber das ist wohl auch das einzige, denn immerhin wurde er sogar in Hachenburg – und er weiß ja, das ist schwierig als Fremder – gebührend gefeiert. Ein Angriff auf jeden Lachmuskel, Leichtes, Altes, Neues und noch lang Nachwirkendes. Er hatte es alles im Programm. Comedy, ein bisschen Kabarett, eben ein bisschen politisch, aber nicht zu viel, denn er möchte ja weiterhin Sanitäter und keine Bestatter bei seinen Auftritten anwesend wissen.
Es ging um Themen der Zeit, Stauballergien bei Taliban, die Rotbauchunke, die Deutsche „ alles scheiße“ Mentalität, Selbstmordattentäter, die Chinesen, Ranzbach Baumbach, Knallen und Fußball. Und wie könnten wir es vergessen? Um die Telefonzelle ging es auch. Es ging um Verabredungen ohne Handy, das Werkzeug „Uhr“ und die Benutzung von gelben Büchern, gegen die heute gleich eine ganze Horde Datenschützer auf einmal Sturmlaufen würden. Und am Ende ging es auch um den Wolf. Aber da ist der Dieter eigentlich ganz froh, denn er steht gerne am Ende der Nahrungskette.Und in der netten Plauderei, der Zugabe, erklärt er auch, warum er trotz Examen kein Lehrer geworden ist, denn vor 30 Leuten auftreten ist scheiße und Eintritt frei ist nie gut.