Wo politisches Kabarett gemeinhin aufhört, um den Rest den Gedanken seiner Zuschauer zu überlassen, geht Georg Schramm ein gutes Stück weiter. Auch gestern Abend in der ausverkauften Stadthalle machte der Kabarettist seinem Ärger über die gesellschaftlichen Zustände in unserem Land Luft. Nie war Georg Schramm bissiger und politischer, nie war er komischer als in seinem aktuellen Programm. Im Schlepptau hatte Schramm seine tragikomischen Helden: Lothar Dombrowski, der renitente Rentner, dessen größter Wunsch es ist, mit seinem Freitod durch Einschläfern ein politisches Zeichen zu setzen, den Oberstleutnant Sanftleben und August, diesen verzweifelt komischen Sozialdemokraten, der seine geliebte Frau aus dem Friedhofsgrab klauen lässt, um sie im heimischen Schrebergarten zu verscharren.